Clemens August Graf von Galen - Kurzbiografie
Clemens August Kardinal Graf von Galen (vollständiger Name Clemens Augustinus Joseph Emmanuel Pius Antonius Hubertus Marie Graf von Galen) wurde am 16. März 1878 auf der Burg Dinklage geboren. Er wuchs zusammen mit vielen Geschwistern auf. Die Familie hielt zu allen Zeiten fest zusammen. Das Abitur bestand er 1896 in Vechta. Acht Jahre später wurde er in Münster zum Priester geweiht. In den ersten Priesterjahren war er Domvikar in Münster und durfte seinen Onkel, Weihbischof Maximilian, bei den Firmungsreisen begleiten.
Während des ersten Weltkrieges war Clemens August Graf von Galen Pfarrer in Berlin. 1929 kam er nach Münster zurück, wo er viele Jahre später zum Bischof geweiht wurde. Im 2. Weltkrieg machte ihm die Herrschaft der Nationalsozialisten große Sorgen. Die Leiden der Verfolgten, besonders die der Priester in den Konzentrationslagern, der Soldaten und vieler anderer Menschen sah er mit tiefem menschlichem Mitgefühl. Sein ganz besonderes Augenmerk galt in diesem Zusammenhang dem Schicksal der behinderten und kranken Menschen zu dieser Zeit.
Im Sommer 1941 konnte er nicht länger schweigen. Er hielt seine drei berühmt gewordenen Predigten, die in der ganzen Welt verbreitet wurden. Durch das Halten der Predigten setzte er sein Leben aufs Spiel, aber er konnte nicht länger schweigend zusehen, wie die Menschen um ihn herum litten. Aufgrund seiner Predigten hat er im Volksmund den Beinamen „Der Löwe von Münster“ erhalten. Nach dem Krieg im Februar 1946 wurde er von Papst Pius XII. als Kardinalpriester mit der Titelkirche San Bernado alle Terme in das Kardinalskollegium aufgenommen. Die überraschende Ernennung dreier deutscher Bischöfe (Joseph Frings, Clemens August Graf von Galen und Konrad Graf von Preysing) zu Kardinälen kommentierte von Galen so:
„Der Heilige Vater hat damit anerkannt, dass nicht alle Deutschen vollzählig der Verdammung unterliegen, die die Welt gegen sie aussprechen wollte. Vor aller Welt hat er als übernationaler und unparteiischer Beobachter das deutsche Volk als gleichberechtigt in der Gemeinschaft der Nationen anerkannt,…“ (Predigt in Rom am 17. Februar 1946).
Am 22. März 1946, nur wenige Wochen nach der Ernennung zum Kardinal, starb er an den Folgen einer Blinddarmentzündung und wurde im Dom zu Münster beigesetzt. Seine letzten Worte waren: „Ja, ja, wie Gott es will. Gott lohne es Euch. Gott schütze das liebe Vaterland. Für ihn weiterarbeiten … oh, Du lieber Heiland!“.
Da der Dom in Trümmern lag, fanden die Exequien in Heilig Kreuz statt, wo von Galen nur fünf Tage zuvor das erste Pontifikalamt nach seiner Rückkehr als Kardinal gefeiert hatte.
Am 09. Oktober 2005 wurde Clemens August Graf von Galen durch Papst Benedikt XVI. mit dem Apostolischen Schreiben Veritatis splendor selig gesprochen.







